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Abenteuerreise auf dem Gold Rush Trail in den Klondike

Das kommende Jahr markiert den 125. Geburtstag des legendären Klondike Gold Rushs. Grund genug, den geneigten Leser auf eine Abenteuerreise in den Yukon mitzunehmen. Doch zuerst einmal ein kleiner Rückblick in die grandiose Vergangenheit dieses nordwestlichsten Teils Kanadas.

Die eigentliche Geschichte des Yukon begann vor etwa 15.000 Jahren während der Beringia-Periode, der letzten Eiszeit. Damals waren der asiatische und der nordamerikanische Kontinent noch durch eine Landbrücke miteinander verbunden. Die Ureinwohner, die es damals von Sibirien her in den Yukon trieb, waren Jäger, die den Mammuts, Bisons, Karibus und Säbelzahntiger folgten und die hervorragend an das harte Tundra-Dasein angepasst waren. Noch heute findet man ihre Spuren in vielen Museen im Yukon oder auch in den Erzählungen der First Nation People, den heutigen Nachfahren dieser Ureinwohner.

Die Entdeckung des Goldes im Klondike

Am 16. August 1896 entdeckten denn der amerikanische Landvermesser Georg Carmack, seine indianische Frau, deren Schwager Skookum Jim und dessen Cousin Tagish Charlie Goldnuggets beim Kaffeewasser holen im Rabbit Creek, einem kleinen Flüsschen im Klondike Gebiet. Sofort steckten die vier sich Claims ab. Die Botschaft über den sagenhaften Klondike Goldfund brauchte ein ganzes Jahr, um vom nahe gelegenen Dawson City um die Welt zu gehen und den größten Goldrausch aller Zeiten auszulösen. Tausende reisten danach über die Inside Passage nach Skagway/Alaska, erklommen die berüchtigten „Stairways to Heaven“ des Chilkoot-Passes und stiegen danach hinab zum Lake Bennett. Dort zimmerten sie sich Flosse oder kleine Boote, paddelten über die Fluss-Systeme zum Yukon und ließen sich von dessen Strömung Richtung Dawson City treiben. Für viele endete diese Reise tödlich. Dennoch kamen genügend durch und machten Dawson City zur damals größten Stadt westlich von St. Louis und nördlich von Seattle. Kurze Zeit später schon konnten wohlhabendere Gold Rush Stampeders mit der Whitepass Bahn bequem von Skagway/Alaska nach Carcross in den Yukon reisen und dort auf den Schaufelraddampfer nach Dawson City umsteigen. Solch eine Abenteuerreise in den Klondike war bequem, angenehm und auch recht schnel,l aber wie gesagt, auch teuer.

Reich wurden die wenigsten dabei. Die eigentlichen Gewinner waren die Händler, Kneipiers und Huren der berüchtigten Dawson Salons. Wie bei “Diamond Tooth Gertie`s” und ihren Tanzmädchen etwa, wo man noch heute ein Spielchen im nördlichsten Spielcasino Kanadas wagen kann. Bis heute findet man übrigens entlang dieser Goldrausch-Route Relikte, die aus dieser unglaublich harten Zeit stammen.

125 Jahre nach dem Klondike Goldrausch

Doch zurück in die heutige Zeit und zu unserer „Abenteuer-Lesereise“ in das gigantische Yukon Territorium, die in Whitehorse beginnt. Die Anreise in die heutige Hauptstadt des Yukon ist recht einfach, denn jeden Sonntag, von Mitte Mai bis Mitte September, fliegt die Condor nonstop von Frankfurt die Stadt am Yukon River an. Auch Air Canada fliegt rund ums Jahr und täglich über Vancouver in den Yukon.

Von Whitehorse aus lassen wir uns mit dem Auto über den South Klondike Highway nach Skagway/Alaska fahren. Die zirka 180 km lange Fahrt führt über den kargen Whitepass und endet direkt am Pazifik an der Stelle, an der während der Goldrauschzeit die meisten Gold Rush Stampeders, die per Schiff durch die spektakuläre Inside Passage gekommen waren, ausstiegen und sich von dort aus Richtung Chilkoot Pass und den Yukon machten. Diese 53 km lange und selbst mit modernster Ausrüstung anspruchsvolle Strecke, die man heute in 5 Tagen recht flott begehen kann, mussten die Glücksritter von damals oft 30 bis 40 mal durchwandern, denn an der Kanada-Alaska Grenze oben auf dem 1076 m hohen Chilkoot Pass achtete die Royal Canadian Mounted Police penibel darauf, dass die Gold Rush Stampeder pro Person Proviant und Ausrüstungsgegenstände für ein Jahr vorweisen konnten. Und so eine Jahresration wog in etwa 1 Tonne.

Nachdem der Chilkoot Pass gemeistert war, mussten die Goldsucher in Bennett am gleichnamigen See ein Boot kaufen oder sich selbst ein Floss zusammenzimmern, auf dem sie dann durch das Seen-System Richtung Yukon River schipperten, der übrigens kurz vor Whitehorse aus dem Marsh Lake entspringt. Auch diese Strecke kann man heute noch mit dem Kanu recht einfach nachvollziehen.

Einmal am eigentlichen Yukon River angekommen, waren die verbleibenden 760 Flusskilometer für die Gold Rush Stampeder fast ein Kinderspiel. Nur zwei kritische Punkte mussten noch gemeistert werden. Einmal die felsreichen Stromschnellen des Miles Canyon, von denen übrigens auch der Name Whitehorse abgeleitet ist und die berühmt-berüchtigten Five Finger Rapids nahe Carmacks. An diesen beiden kritischen Stellen musste so mancher Gold Rush Stampeder auf dem Weg in den Klondike Ladung und oft auch sein Leben lassen. Kanutouristen, die heute auf dem Yukon River unterwegs sind, haben es da wesentlich leichter. Nicht nur ist ihre Ausrüstung sehr viel besser, auch die beiden Gefahrenstellen auf dem Yukon River wurden entschärft und sind heute recht gefahrlos zu meistern.

Dawson City – Die Hauptstadt des Grossen Klondike Goldrauschs

In Dawson City angekommen, mussten die Gold Rush Stampeder rasch feststellen, dass die besten Claims längst vergeben waren und dass hier oben im Klondike die Straßen doch nicht mit purem Gold gepflastert sind. Ganz im Gegenteil, es war je nach Wetterlage recht staubig oder auch matschig. Der moderne Besucher von Dawson City kann dies tatsächlich noch nachempfinden, denn viel hat sich in Dawson City seit jener Zeit nicht verändert. Dawson City ist heute eigentlich ein lebendiges Museum, mit unbefestigten Straßen und hölzernen Boardwalks, die als Gehwege dienen. Auch von den Gebäuden des Städtchens fühlt sich der Besucher heute in die abenteuerliche Goldrauschzeit zurückversetzt. Und noch heute kann man an den vielen kleinen Bächen, die in den Klondike River fliesen, hunderte von aktiven Goldminen bestaunen. Und so ist eine Abenteuerreise in den Klondike noch heute ein Urlaub, der beim Reisenden lange nachwirkt und für unendlich viele Erinnerungen sorgt.

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