fbpx

Der Yukon – Kanada’s Territorium im Nordwesten

Der Yukon – Vergangenheit mit Zukunft

Die Beringia-Periode

Die eigentliche Geschichte des Yukon bzw. des Yukon Territories begann vor etwa 15.000 Jahren während der Beringia-Periode, der letzten Eiszeit. Damals waren der asiatische und der nordamerikanische Kontinent noch durch eine Landbrücke miteinander verbunden. Die Ureinwohner, die es damals von Sibirien her in den Yukon trieb, waren Jäger, die den Mammuts, Bisons, Karibous und Säbelzahntiger folgten und die hervorragend an das harte Tundra-Dasein angepasst waren. Noch heute findet man ihre Spuren in vielen Museen (u.a. im Yukon Beringia Interpretive Centre) im Yukon oder auch in den Erzählungen der First Nation People, den heutigen Nachfahren dieser Ureinwohner.

 

Frühe Handelsbeziehungen zu China

Im Juli 2011 haben Archäologen eine über 300 Jahre alte chinesische Münze nordwestlich der First Nation Gemeinde Carmacks im Yukon ausgegraben. Der Fund der Münze manifestiert, dass bereits im 17. Jahrhundert – lange vor dem sagenhaften Goldrausch am Klondike – eine Verbindung zwischen den kanadischen Ureinwohnern im Yukon und China bestand, wahrscheinlich über russische Pelzhändler.
Die runde chinesische Münze, die ein quadratisches Loch in ihrer Mitte aufweist, hilft Historikern, die relativ unbekannte Prä-Goldrausch-Geschichte des Yukon besser zu beleuchten und mit konkreten Fakten auszufüllen. Die ersten bislang dokumentierten Fälle von Ausländerkontakt in diesem Tlingit First Nation Gebiet stammt von der Mitte des 18. Jahrhunderts und stammt ebenfalls von russischen Pelzhändlern, die ins Landesinnere gereist waren, um Felle im Austausch gegen Glaskugeln, Seide und Münzen zu kaufen.

 

Die Entdeckung des Goldes

1896 entdeckten dann der Landvermesser Georg Carmack, sein indianischer Schwager Skookum Jim und dessen Cousin Tagish Charlie Goldnuggets beim Kaffeewasser holen im Rabbit Creek. Sofort steckten sie sich Claims ab. Die Botschaft über den sagenhaften Goldfund brauchte über ein Jahr, um in die Welt zu gehen. Tausende reisten danach über die Inside Passage nach Skagway/Alaska, erklommen die berühmt-berüchtigten „Stairways to Heaven“ des Chilkoot-Passes und wanderten danach hinab zum Lake Bennett. Dort zimmerten sie sich Flosse oder kleine Boote, paddelten über Fluss- und Seensysteme zum Yukon und ließen sich von dessen Strömung in Richtung Dawson City treiben. Für viele endete diese Reise tödlich. Dennoch kamen genügend durch und machten Dawson zur damals größten Stadt westlich von St. Louis und nördlich von Seattle. Kurze Zeit später schon konnten wohlhabendere Glücksritter mit der Whitepass Bahn bequem nach Whitehorse reisen und dort auf den Schauffelraddampfer nach Dawson umsteigen.

Reich wurden die wenigsten. Die eigentlichen Gewinner waren die Händler, Kneipiers und Huren der berüchtigten Salons. Wie bei “Diamond Tooth Gertie” und ihre Tanzmädchen etwa, wo man noch heute ein Spielchen im nördlichsten Spielcasino der Welt wagen kann. Bis heute findet man übrigens entlang der Goldrausch-Route Relikte, die aus dieser unglaublich harten Zeit stammen.

 

Die Zeit nach dem Klondike Goldrausch

Zehn Jahre später kehrte damals wieder Ruhe am Klondike ein. Die einstigen 45.000 Einwohner von Dawson sind heute auf ganze 1.500 geschrumpft. Viel verändert hat sich in dem Städtchen bis heute nichts. Die Straßen sind immer noch nicht asphaltiert, die Hausfassaden noch immer wie damals. Ganz Dawson ist eigentlich ein großes, lebendiges Museum der Goldrauschzeit und ein Besuch des verträumten Städtchens am Zusammenfluss des Klondike und des Yukon Rivers absolut empfehlenswert.

 

Der Bau des Alaska Highways

Nach der aufregenden Goldrauschzeit wurde es wieder für recht lange Zeit ruhig und verträumt im Yukon bis ein Ereignis auf der weit entfernten Inselgruppe Hawaii die beschauliche Ruhe in extreme Betriebsamkeit umändern sollte. Die Rede ist vom 7. Dezember 1941, dem Angriff der Japaner auf Pearl Harbour.
Nach diesem furchtbaren Angriff entdeckte Amerika die große Wichtigkeit des eigenen Nordwestens. Nach schnellen Verhandlungen mit der kanadischen Regierung schlugen, um einem befürchteten Landangriff Japans zuvorzukommen, im Frühjahr 1942 elftausend Mann in knapp neun Monaten eine 2.394 Kilometer lange Piste für den Transport von Versorgungsgüter und Militärausrüstung durch die totale Wildnis Kanadas und Alaskas. Diese damals erbaute Piste ist der heutige Alaska Highway, die absolute Hauptschlagader für Verkehr und Transport aus dem amerikanischen und kanadischen Süden hoch in den nordamerikanischen Norden.
Er führt quer durch den Yukon, ist eine DER Traumstraßen dieser Erde und – egal ob im PKW, Geländewagen, auf dem Motorrad, Fahrrad oder im so beliebten Motorhome – ein absolutes Muss für jeden Nordamerika Fan. Dieser heute fantastisch ausgebaute Highway initiierte den Bau anderer spektakulärer Highways und manifestiert und garantiert so bis heute eine ideale touristische Infrastruktur.

Kontakt